kataklysmen in zartgrün

morgengrauen nomen also omen hinein in die schuh ins gewirbel klangteppich voll katzenhaare schule des lebens haha verpiss dich kinderlachen horch -: apfelschalen vorm chalet schubert noch schnell was mit tod und süssem gepudere was soll das bedeuten egal weiter im text -: hol mir ein bier herunter eins zwei unter indolenten linden drei paar schuhe vom kinderflohmarkt pfarrheim langsam nicht so schnell -: schmiedeeisen neunzehntes jahrhundert in weiter ferne so nah im zarten gewühl ansatz einer mädchenbrust punkt weiter im text auge gescheitelt in halbwärtszeit enthob sich der tag bar allen anfangs -: wie furchtbar muss dein leben sein am brunnen vor dem tore stop ich sage stop. kredenz geführt in den garten späteren zeiten zum überbleibsel ein moment der stasis weiter weiter -: braun der kindermund vom schokoeis punkt und über den dächern der zwillingstürme des weilenden stifts steinerne gleichgültigkeit langsam ein königreich für eine zigarette um durchzuatmen endlich durchzuatmen ein moment der ruhe weiter im text -: romanik barock neugotik für welche ewigkeit o herr glorreiche erfindung horch mit jedem atemzug stasis sträucher blühend gelb rot lagerfeuer die abendandacht im april illusion von stasis -: nach hause ohne gedanken im dunkelnden licht horch alles fliesst fliesst weiter an uns vorbei über uns hinaus da einmal noch dacht ich der holden maid kindersitz rein raus

erde

zersprungen in tausend
scherben das glas
geliebte erde
lass sickern den wein
begrab die erinnerung

sanftes licht auf weichem moos. besänftigend die kanten altersmilder steine. die bäume blühten. sonne wärmte unsere schritte. umhüllte sie mit zärtlichkeit. um zwei wochen hatten wir uns verpasst. es müssen vögel zu hören gewesen sein. ich habe sie nicht gehört. langsam bewegte sich der zug durch die reihen. schneller als die luft, die sich hinter unseren dunklen körpern, durchlässiger als sonst, wieder schloss. dein tod ging uns voraus. wie eine erloschene fackel. trug unsere gegenwart vor sich her. bis wir es nahmen, das schäufelchen, beladen mit erde. erde warfen wir auf erde.

erwürgte gedanken

… tot wie die hülle einer zikade.

am weg der verneinung führt kein ja vorbei.

was gibt es schon zu erreichen. wozu also scheitern.

nur frauen können so weinen. einfach weinen.

mit nichts als liebe gegen den rest der vergänglichkeit -

jugend. wenn der körper noch einen gegenentwurf darstellt.

kirschblüten vorm chalet / vom kinderflohmarkt vier paar schuhe / augen samt tränen und geschrei

im nachhinein ist man immer klüger. hätte man schon damals nägel mit köpfen gemacht,

jesus wäre nicht so oft vom kreuz gerutscht.

lebenslang diesselbe kerbe -

zweitausend jahre später. welche gleichnisse kämen jesus wohl in den sinn.

übelkeit. alles mündet in geschichte. sogar kunst mündet in kunstgeschichte.

der vita contemplativa zugeneigt. jede aktivität blanker horror.

liebe deine fehler. dein fleisch und blut.

ein auslaufmodell sein. einzige gewissheit.

ein bisschen mehr sein als niemand. für dieses kleine glück. wie viel nimmt man in kauf.

manchmal muss man alle würde aufgeben. um ein letztes stück zu bewahren.

die kraft besitzen, nichts zu hinterlassen. die spuren zu löschen. aus eigenem antrieb.

jeder tote ruft uns für kurze zeit ins leben zurück -

sie könnten genausogut tot sein, nicht wahr. sieh sie dir an …

locus solus

hab mir einen garten angelegt. wie meister cantarel im park seiner villa in montmorency. eher schrebergarten. nenn ihn nach seinem unvergleichlichen vorbild locus solus. hier ziehe ich meine pflanzen. so gut ich es kann. manchmal wachsen sie etwas schief. manchmal verhungern sie gleich wieder. wie es ihnen gefällt. ich mische mich nicht ein. hier haben wir das vergiss-mein-endlich. hier die niemandsrose. hier etwas tollkraut. alles überwachsen von der hypertrophierenden schwarzen gall-ranke. und jede menge fallobst. leider muss ich für längere zeit verreisen. leider weil. hier und dort sind doch dieselbe seite der medaille. nicht wahr. mal sehn. was zu sehen ist. was ich mit nach hause bringe. mit etwas glück allerlei gewächs im gepäck. und einsamkeit. für die nächsten hundert jahre.

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und es war nicht klar

devant l’espace de la mort

wie die mörder von den toten profitierten

und es war nicht klar

wie man die toten lieben sollte

da das fleisch von den knochen fiel

und es war nicht klar

wie man weiterleben konnte

mit dem gläsernen lächeln

zwischen den schädeln

und es war nicht klar

warum man wichsen musste

tswischn di dare hojle bejmer

es war gar nichts klar