liviliosa
liviliosa:

Weiß nicht, ob gerade der Morgen dämmert oder der Abend sich verabschiedet. Der Himmel steht in Flammen, doch die Vögel sitzen schläfrig in ihren Nestern, haben schon so oft gesungen und geholfen hat es nie, wenn deine Stimme mir einen Weg in den Schlaf geebnet hat, denn dort haben die kalten Fließen gewartet. Sing’ doch weiter, es klingt so schön, wenn morgenrotes Blut das Weiß durchbricht, tropfend wie Insektentränen, die ihr erfindet, um sie mir ins Auge zu träufeln. Die stummen Vögel baden morgens in den Pfützen, der Salzgehalt ist nur gering, hätte gern ein Meer, über das ich wandern kann, auf leisen Tönen, aber ihr gebt euch ja auch zufrieden, wirst ja leiser irgendwann.Der Mond blickt nun der Sonne ins Gesicht und ich falte ratlos nach oben blickend meine Flügel.

liviliosa:

Weiß nicht, ob gerade der Morgen dämmert oder der Abend sich verabschiedet.
Der Himmel steht in Flammen, doch die Vögel sitzen schläfrig in ihren Nestern, haben schon so oft gesungen und geholfen hat es nie,
wenn deine Stimme mir einen Weg in den Schlaf geebnet hat, denn dort haben die kalten Fließen gewartet. Sing’ doch weiter, es klingt so schön,
wenn morgenrotes Blut das Weiß durchbricht, tropfend wie Insektentränen, die ihr erfindet, um sie mir ins Auge zu träufeln.
Die stummen Vögel baden morgens in den Pfützen, der Salzgehalt ist nur gering, hätte gern ein Meer, über das ich wandern kann, auf leisen Tönen, aber ihr gebt euch ja auch zufrieden, wirst ja leiser irgendwann.
Der Mond blickt nun der Sonne ins Gesicht und ich falte ratlos nach oben blickend meine Flügel.

schaffenskrise

ich glaub ich hab ne schaffenskrise eine ganz entsetzlich miese mir fällt nichts ein mir fällt nichts auf natürlich gibt es das zuhauf tagaus tagein der selbe scheiss die kunst hat eben ihren preis mach mir jetzt sicher keine sorgen wie’s jetzt ist kann es doch schon morgen natürlich wieder anders sein dann fährt die liebe ins gebein dann gehts um sehnsucht und vermissen um herz und schmerz und lippen küssen ist ja auch alles ganz egal gibt sowieso keinen pokal könnt ebensogut onanieren kein grund sich dafür zu genieren ich glaub ich brauch jetzt eine muse der ging ich gleich mal an die bluse entblösste ihre oberweite mein schwanz wüchs längs und in die breite es gäbe endlich wieder was zu tun krise vorbei jetzt heisst es ruhn

petrarca

und damals geschah es / als er wieder diesen weg ging / mitten im winter / hinauf auf den berg / seinem kleinen mont ventoux / in tiefem schnee / unter tropfenden zweigen / dass er plötzlich

die muskeln seines gesichts entspannte ohne grund und auf einmal eintrat in eine welt wie ein schauspieler dem es aus einem völlig unerklärlichen zufall gelingt seinen film zu verlassen aus dem bildschirm ins leben tritt wo nichts mehr ist ausser alles und alles von selbst kein glück kein unglück nur staunen sein kopf auf einmal verschwunden nur mehr die dunklen nassen stämme der bäume das weisse knirschen des schnees vorsichtige bewegungen eines körpers der nicht mehr der seine zu sein scheint jeder atemzug eine leichte kühle freude kein gedanke weit und breit wie eine wirre last die abfällt in die offene weite die geräusche die kälte das ich in nichts aufgelöst und vollkommen klar dass es nichts mehr zu tun gibt aber auch: es würde nicht ewig dauern

heraklit

böse zungen
behaupten, heraklit
habe geschielt.
das stimmt
nicht. letztes
wochenende
war er auf dem
peregrini-fest
in peigarten,
und sah eigentlich
ganz normal aus.
er sass auf einer
heurigenbank unter
kastanienbäumen
und gab sich die kante,
zwitscherte
eine bouteille
nach der anderen.
dionysisch, entgegen
seiner art.
ständig wollte er
in tetradrachmen
bezahlen,
lallte irgendwas von
alles fliesst,
aber die leute
sahen ihn nur
gross an.
schliesslich
schielte er doch.

abläufe, zeitnah

begegnungen erstrecken
sich über den ganzen tag.
man kann sagen zufall. aber man
kann nicht sagen: zufall.
das kostet substanz.
der schlaf ist gnädig, ereilt
alle. wenn es regnet,
werden unnütze bedeutungen
abgewaschen. zähler
wieder auf null. niemand
weiss, dass hier geatmet
wird. gedanken
vergessen sich selbst.
eine klinke gibt die andere,
und manchmal wird jemand
gekündigt, sogar
angesehn. für einen
reibungsfreieren ablauf.